
George (Jürgen) Wittenstein / akg-images
Das Foto [LMR1] mit dem Zaun, an dem sich die Freunde versammelten, ist Teil einer Fotoserie, auf dem Willi Graf zusammen mit fast allen anderen Mitgliedern zu sehen ist.
Historischer Hintergrund
Die Weiße Rose ist die heute vielleicht bekannteste deutsche Widerstandsgruppe aus der Zeit des Nationalsozialismus. Mithilfe von Flugblättern, die sie in Deutschland bzw. Bayern und dessen Hauptstadt München verteilten, machten sie auf die Verbrechen des NS-Regimes aufmerksam, mit dem Ziel, diese zu bekämpfen und die deutsche Bevölkerung zum Widerstand aufzurufen. Ihre wesentlichen Mitglieder waren Willi Graf, Alexander Schmorell, Kurt Huber, Christoph Probst und die Geschwister Hans und Sophie Scholl.
Entstehung
Hans Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf lernten sich an der Ludwig-Maximilians-Universität, während des Medizinstudiums in München kennen. Später kam noch Sophie Scholl und der Professor Kurt Huber zur Gruppe dazu. Seit Sommer 1942 hatten Hans Scholl und Alexander Schmorell Flugblätter unter dem Namen „Weißen Rose“ geschrieben und verteilt. Der Name „Weiße Rose“ hatte keine besondere Bedeutung, er sollte nur „einen guten Klang haben, hinter dem aber ein Programm steht“, wie Hans Scholl in einem Gestapo-Verhör erklärte. (Hans Scholl, Verhörprotokoll)
Von 1942 bis zum Ende der Weißen Rose:
Während die Weiße Rose aktiv war, veröffentlichten sie in den Jahren 1942/43 insgesamt 6 Flugblätter.
1942
Zwischen Juni und Juli verfassten Hans Scholl und Alexander Schmorell die ersten vier Flugblätter, die in mehrfacher Vervielfältigung an ausgewählte Adressanten verteilt wurden. Im Juli mussten Willi Graf, Alexander Schmorell, Hans Scholl und Christoph Probst für drei Monate an die sowjetische Front, um dort als Sanitäter zu arbeiten. Am 23. Juli verabschiedete sich Sophie Scholl von ihren Freunden und ihrem Bruder an dem Zaun am Ostbahnhof in München, wo das bekannte Bild der Weißen Rose entstand.
1943
Im Januar begann die Gruppe das fünfte Flugblatt mit tausenden Exemplaren in mehreren Städten Süddeutschlands sowie in Österreich verteilt wurden zu verteilen. Einen Monat später begann die Weiße Rose in nächtlichen Aktionen, Parolen gegen da NS-Regime auf Hauswände zu malen. Ebenfalls im Februar erschien das sechste und letzte Flugblatt der Weißen Rose, bei dem die Geschwister Scholl beim Verteilen beobachtet, verhaftet und ein paar Tage später am 22. Februar mit Christoph Probst ermordet wurden. Am 19. April wurden schließlich auch Willi Graf, Alexander Schmorell und Kurt Huber von der NS-Regime umgebracht.
Der Zaun, Weiße Rose und unsere Schule
Mithilfe des Projektes, bei dem wir den Zaun ausstellen, wollen wir die Geschichte der Weißen Rose öffentlich zugänglich machen und dazu beitragen, dass diese nicht in Vergessenheit gerät.
Unseren Namen „Willi-Graf-Gymnasium“ verdanken wir Willi Graf, der ein wichtiges Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ war.
Somit dient unsere Schule als Ort des historischen Erinnerns.
Beschreibung
Entstehung Foto: 23. Juli 1942
Entstehung Zaun: Anfang 20. Jahrhundert
Maße: 2,95 m Länge x 1,33 m Höhe
Gewicht: 150 kg
Standort: Ostbahnhof München (bis 2024), ein Teil steht jetzt vor unserer Schule (ab 2026), weitere Teile befinden sich an anderen Schulen[LMR2] und Institutionen.
Verbindung zur Weißen Rose: letztes Gruppenbild und Zusammentreffen der wesentlichen Mitglieder, bevor die Männer an die Front mussten
Bedeutung heute: Steht symbolisch für Erinnerung, Zivilcourage und dem Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur