WILLI-HILFT

Das Willi-Graf-Gymnasium: Schnelle Hilfe für die Opfer des Ukraine-Kriegs

 Am Mittwoch, 06.04.2022 hatte das Willi-Graf-Gymnasium hohen Besuch. Angekündigt hatten sich die Regierende Bürgermeisterin von Berlin Franziska Giffey und die Schulsenatorin Astrid-Sabine Busse, um die Einrichtung einer der ersten Willkommensklassen in Berlin für Flüchtlingskinder aus der Ukraine zu würdigen. Leider waren Bürgermeisterin und Schulsenatorin dann doch verhindert, aber es besuchte die Schule Schulstaatsekretär Alexander Slotty gefolgt von Presse und Kameraleuten. In den Medien (RBB, TAZ, Die Zeit etc.) wurde überall berichtet über die Unterbringung und Beschulung von 16 ukrainischen Schüler*innen.

Etwas zu kurz kam in der Berichterstattung, dass sich das Willi-Graf-Gymnasium auch anderweitig in der Ukraine-Problematik sehr engagiert. Gleich nachdem die ersten Bilder über den Angriff der russischen Truppen auf die Ukraine bekannt wurden und sich Frauen und Kinder aus dem Kriegsgebiet auf die Flucht machten, sprach der Vorsitzende der Schülervertreter Jona Classen mit dem Schulleiter Herrn Steinke: „Wir müssen etwas machen!“ Damit sprach Jona den Schüler*innen dieser Schule aus der Seele. Nach der langen Corona-Zeit, die gemeinschaftliche Aktionen unterbunden hatte, ist es den Schüler*innen ein großes Bedürfnis, aktiv zu werden. Hilft doch das Tätigwerden gegen die Ohnmacht, die jeden bei den Bildern aus den Kriegsgebieten überkommt.

Es startete eine Gemeinschaftsaktion, in der sich wieder zeigte, wie stark das Engagement an dieser Schule ist und wie groß der Zusammenhalt ist zwischen Schüler*innen, Eltern und Lehrkräften. Sofort wurden Artikel des täglichen Bedarfs gesammelt, und es wurde zu Geldspenden aufgerufen. Innerhalb einer Woche kamen 56 gefüllte Kartons zusammen, die der Ukraine-Hilfe Berlin e.V. übergeben werden konnten. Das Geld – in nur einer Woche wurden über 5.000 € gesammelt -  wurde an das Deutsche Rote Kreuz überwiesen.

Schnell bildete sich an der Schule unter dem Namen „Willi hilft“ ein Ukraine-Hilfe-Team, das sich wöchentlich trifft und weitere Aktionen plant. Vertreten sind hier neben dem Schulleiter Schüler*innen, Lehrkräfte, Eltern, die Schulsozialarbeit und der Förderverein des Willi-Graf-Gymnasiums. Innerhalb weniger Tage wurde eine Idee des Fördervereins des Willi-Graf-Gymnasiums organisiert und umgesetzt: Vor Jahren waren es „Tulpen für Tische“, jetzt sollten es „Weiße Rosen für die Ukraine“ sein. Der Weißen Rose des Namensgebers der Schule verpflichtet, wurden 300 weiße Rosen auf dem Kranold-Markt in Lichterfelde Ost gegen Geldspenden verteilt. Unzählige Schüler*innen der Schule kamen an einem Samstag ganz selbstverständlich zum Helfen und zogen zu Zweit oder zu Dritt durch die Straßen. Die Resonanz war überwältigend! Insgesamt kamen innerhalb von drei Stunden 2151,20 € zusammen.   

Zum Glück folgte das Bundesfinanzministerium recht schnell dem Engagement der Bürger und erlaubte mit Schreiben vom 17.03.2022 auch dem Förderverein der Schule ganz offiziell Geld zur Hilfe für die Ukraine zu sammeln. Bei Eltern und Lehrkräften wurde zu Spenden aufgerufen, sodass innerhalb von 20 Tagen dieses Spendengeld und die Gelder aus der „Weiße-Rosen-Aktion“ in Höhe von 6253,56 € an die Ukraine-Hilfe Berlin e.V. überwiesen werden konnte.

Insgesamt hat das Willi-Graf-Gymnasium in der Zeit vom 01.03. bis zum 28.03.2022 11.543,56 € gesammelt und an das Deutsche Rote Kreuz und die Ukraine-Hilfe Berlin e.V. überwiesen.

Im Moment sind weitere Sammelaktionen für die Zeit nach den Osterferien in Planung. Und das Ukraine-Hilfe-Team überlegt praktische Unterstützung der an der Schule angekommenen ukrainischen Schüler.

Wer das Willi-Graf-Gymnasium in seinem Engagement gerne unterstützen möchte, ist herzlich willkommen. Wenn Sie im Ukraine-Hilfe-Team dabei sein und Hilfsprojekte mit organisieren wollen, melden Sie sich bitte im Sekretariat unter Tel. 030 / 7729004. Geldspenden bitte an den Förderverein:
Verein der Freunde des Willi-Graf-Gymnasiums e.V., IBAN: DE92 1008 0000 0332 2051 00. 

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Text: Julia Müller, 08.04.2022