Theaterkritik Bellana Schymura

 

Theaterkritik

zu „Die Irrfahrten des Odysseus“

von Ole Hübner

unter der Inszenierung von Harriet Maria und Peter Heining

geschrieben von Bellana Schymura, Klasse 7b

 

Die moderne Interpretation des Theaterstückes „Die Irrfahrten des Odysseus“ hat mich nicht auf ganzer Linie überzeugt.

Es ging hauptsächlich darum, dass Odysseus, die Hauptfigur, wie schon der Name des Stückes verrät, nach dem Trojanischen Krieg viele Abenteuer und lebensbedrohliche Situationen während seiner zehn Jahre langen Irrfahrt erlebt.

Vielleicht war es gerade die Modernität des Stückes, welche mich nicht besonders angesprochen hat.

Speziell das puristische Bühnenbild, das im Wesentlichen aus drei Leinwänden bestand, auf die Videos projeziert wurden, irritierte mich.

Teils wurden darauf vorproduzierte Videos und Bilder gezeigt, aber andererseits wurden auch im laufenden Theaterstück produzierte Sequenzen darauf vergrößert dargestellt.

Die Schauspieler in ihren improvisiert wirkenden Kostümen wirkten oft lächerlich und passten daher für mich nicht so richtig zu der klassischen Odysseus-Sage.

Die herumliegenden Requisitenwirkten chaotisch, genauso wie das Umziehen der Schauspieler auf der Bühne im laufenden Stück. Dadurch, dass die einzelnen Akteure sich mit der Rolle des Odysseus abwechselten, brachte es für mich die Struktur durcheinander. Im Gegensatz zu den männlichen, verstand man die weibliche Darstellerin durch ihre singende Sprechweise nicht gut.

Die musikalische Untermalung durch das Orchester fügte sich aber gut ein und hat mir gefallen. Auch die Beleuchtung war passend auf die unterschiedlichen Szenen abgestimmt und wirkte interessant.

Das Improvisatorische jedoch spiegelte sich leider im ganzen Raum wider (Bestuhlung, Tribüne, Palettenaufbau), wodurch der reguläre Preis von 8-16€ für mich unangemessen erscheint.

Im Allgemeinen denke ich, ist die Handlung des Stückes besser zu verstehen, wenn man wie ich die Sage bereits kennt. Deshalb fiel es mir auch leicht, die verschiedenen Stationen der Irrfahrt nachzuvollziehen, die im Stück durch Klänge, Lichteffekte, Videoinstallierungen und darstellendes Schauspiel gezeigt wurden.

Das Ende der Aufführung wirkte wegen der wild durcheinander agierenden Darsteller sowie durch die wirren Lichteffekte und Klänge seltsam, besonders weil es auch nicht an die Originalsage angelehnt, sondern bewusst abgeändert war.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich jederzeit eine klassische Darstellweise der „Irrfahrten des Odysseus“ bevorzugen würde.

(Quelle: http://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/calendar/die-irrfahrten-des-odyss...)